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"Sagenhaft, wie kreativ wir sein können!"

SELK: Pastoralkolleg "Neue Impulse fürs Predigen" in Oberursel

Oberursel, 15.3.2017 - selk - Vom 13. bis zum 15. März fand nach längerer Unterbrechung wieder ein Kurs des Pastoralkollegs der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) auf dem Gelände der Lutherischen Theologischen Hochschule (LThH) in Oberursel statt. Zum Thema "Neue Impulse fürs Predigen gegen die Predigtmüdigkeit" arbeiteten die teilnehmenden Theologen intensiv miteinander.

Prof. Dr. Achim Behrens, Lehrstuhlinhaber für Altes Testament an der LThH, arbeitete mit den Teilnehmern am Predigttext für den Sonntag Judika, 2. April. Dabei zeigte er auf, wie sich auch in der Praxis exegetisch verantwortet arbeiten lässt und was das für die eigene Predigttätigkeit auch für einen Ertrag erwirtschaftet.

Einen besonderen Farbtupfer stellten die Einheiten mit Vikarin Katharina Scholl aus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck dar, die ihre Erfahrungen aus der "Predigtslam"-Arbeit an der Philipps-Universität Marburg einbrachte. Dabei führte sie nicht nur in das Konzept "Predigtslam" ein, das sich von der poetischen Kunstform des "Poetry Slam" her entwickelt hatte, sondern forderte die Teilnehmer auch auf, anhand jeweils eines theologischen Begriffes und eines Begriffes aus der Alltagswelt eigene Texte zu entwickeln und vorzutragen. Dabei entstanden humorvolle, aber geistlich durchaus bewegende Werkstücke, sodass ein Teilnehmer diese Erfahrung mit den Worten kommentierte: "Sagenhaft, wie kreativ wir sein können!" Dass dies kein Format für die sonntägliche Predigt sein kann, wurde schnell klar. Aber als Hilfe, um im Vorfeld des Predigens Schreibblockaden zu überwinden, scheint es durchaus geeignet zu sein.

Ergänzt wurde das Tagungsprogramm durch Seminareinheiten von Prof. Dr. Christoph Barnbrock, Lehrstuhlinhaber für Praktische Theologie an der LThH, zu den Themen "Gegen den homiletischen Burnout" und "Konkrete Tipps fürs Predigen".

Eingefasst waren die Tage in Andachten und einen Beicht- und Abendmahlsgottesdienst, den das Pastoralkolleg mit der Hochschulgemeinschaft feierte und in denen nicht nur "über" das Predigen geredet, sondern das Predigen als Wortgeschehen erfahren wurde.

Die Teilnehmer zogen am Ende der Tagung ein positives Feedback. Die Verzahnung von Theorie und Praxis, die erfrischenden Akzente, die das Pastoralkolleg gesetzt hat, und der Austausch untereinander wurden als bereichernd erlebt.

Die nächsten Kurse sind für die Zeit vom 19. bis zum 21. Februar 2018 in der Lutherstadt Wittenberg (zum Thema "Seelsorge") und für die Zeit vom 24. bis zum 26. September 2018 in Oberursel (zum Thema "Kirche und Geld") geplant.

Das Pastoralkolleg ist ein Fortbildungsangebot der SELK für Geistliche im aktiven Dienst und wird von Prof. Barnbrock und von Kirchenrat Michael Schätzel (Hannover) als Koordinatoren organisiert und betreut.



Neubeginn der pastoralen Fortbildung
SELK: Pastoralkolleg mit neuer Leitung

Oberursel/Hannover, 2.11.2016 - selk - Das Pastoralkolleg der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) hat eine neue Leitung: Prof. Dr. Christoph Barnbrock von der Lutherischen Theologischen Hochschule (LThH) Oberursel der SELK und Kirchenrat Michael Schätzel vom Kirchenbüro der SELK in Hannover sind von der Kirchenleitung für sechs Jahre mit der Leitung betraut worden.

Das Pastoralkolleg, das der Fortbildung der Pfarrer und Pastoralreferentinnen der SELK dient, wird künftig in Anbindung an die LThH und in enger Abstimmung mit dem Kirchenbüro der SELK in Hannover geführt. Die neuen Leiter verstehen sich als Koordinatoren und Organisatoren des Pastoralkollegs und streben eine Vernetzung mit verschiedenen Fachkommissionen und Fachleuten an, die sie für die inhaltliche Gestaltung der Kurse gewinnen möchten.

Die institutionelle Anbindung an die LThH bedeutet nicht, dass die in der Regel zwei dreitägigen Kurse durchweg in Oberursel durchgeführt werden. Vielmehr sollen die Angebote rotierend an verschiedenen Orten stattfinden. "Denkbar wäre so auch, stärker exkursionsartig vorbildliche Arbeitsbereiche in anderen Kirchen kennenzulernen und Vernetzungen mit Fortbildungsangeboten im Raum der Ökumene anzustreben", heißt es in dem der Kirchenleitung vorgelegten Konzept.

Da das kommende Jahr durch kirchliche Großveranstaltungen außerordentlich ausgefüllt ist, wird das Pastoralkolleg zunächst mit nur einem Kurs starten. Dieser soll vom 13. bis zum 15. März in Oberursel der Predigtarbeit gewidmet sein. Ab 2018 sollen dann jeweils wieder zwei Kurse pro Jahr (Frühjahr/Herbst) stattfinden.

"Denkbar wären darüber hinaus auch neue Formate, etwa einmal im Jahr ,Pastoralkolleg+', zu dem sich ein Pfarrer mit seinem Kirchenvorstand oder einem bestimmten Teil seiner Mitarbeiterschaft anmelden könnte, um eine bestimmte Herausforderung des Gemeindelebens gemeinsam bewältigen zu lernen", so Barnbrock und Schätzel. Auch andere Formate sowie die Vernetzung mit Geistlichen aus Schwester- und Partnerkirchen seien denkbar.

In ihrem Konzept skizzieren die neuen Leiter des Pastoralkollegs eine breite Themenvielfalt und nehmen in Aussicht, die potenziellen Teilnehmer etwa über das Werkzeug einer Internetabstimmung stärker in die Themenauswahl einzubeziehen. Wünschenswert erscheine es, die Teilnehmer am Pastoralkolleg stärker zu Akteuren zu machen. "Pastoralkollegs könnten so zum Beispiel auch als ,Börsen gelingender Gemeindearbeit' gestaltet werden, in denen die Teilnehmer sich gegenseitig von Projekten berichten. Pastoralkollegs könnten darüber hinaus auch Gelegenheit zur Literaturvorstellung geben." Wünschenswert sei auch, "die Teilnehmer jedenfalls gelegentlich zu Multiplikatoren in ihren Pfarrkonventen werden zu lassen. Das Arbeitsmaterial müsste entsprechend so gestaltet sein, dass es dann von den Teilnehmern auch in ihren Kontexten verwendet werden kann."